Betroffenheit, Trauer und viele Fragen

Es ist völlig egal, was ICH denke. Es ist in Anbetracht des Flugzeugunglücks von gestern auch völlig egal, was die meisten von uns denken. Was das für Angehörige bedeutet, muss man nicht erklären. Jede Beileidsbekundung und jede Gemütsregung in sozialen Netzwerken hat deswegen immer den Beigeschmack von Unangemessenheit, macht etwas peinlich berührt und man möchte verschämt vom Bildschirm wegblicken. Aber ich kann sie alle verstehen.

Ich komme einfach nicht umhin, Gefühle zu haben. Ich weiß, dass das auf gewisse Weise egozentrisch ist, ebenso wie dieser Blogbeitrag egozentrisch ist und sich irgendwie um meine Emotionen dreht. Die Sache ist nur: ich weiß nicht wohin damit! Seit gestern bin ich sehr geschockt, teilweise verzweifelt und völlig irrational. Die Tatsache, dass eine Schülergruppe unter den Opfern ist, mag für den ein oder anderen eine wenig beachtenswerte Information sein, weil Menschenleben ist eben nun mal Menschenleben. Aber ich – und sicher viele Eltern – können das nicht. Mein Sohn ist 5, kommt nächstes Jahr in die Schule und die Gedanken an die betroffenen Eltern kann ich nicht von mir abwenden. Für mich ganz persönlich kann ich mir nichts schlimmeres im Leben vorstellen, als das eigene Kind zu verlieren. Ob ich das emotional überleben würde, wage ich zu bezweifeln. In diesen Momenten denke ich an die Eltern und muss weinen.

Selbst leide ich unter einer leichten Flugangst, die mich zwar nicht vom Fliegen abhält, aber jeder Flug wird begleitet von Zittern, Bauchschmerzen und dem krampfhaften Festhalten des Sitzes. Jener Vorgang gestern, ist genau das, was mir vor Augen schwebt, wenn ich in ein Flugzeug steige. Dass Menschen das tatsächlich erleben mussten, lässt mich verzweifeln.

Vielleicht ist es ein Zusammenspiel der vielen kleinen Faktoren, weshalb nun ausgerechnet dieser Flugzeugabsturz mich so mitnimmt. Wer sich auf Twitter unter dem einschlägigen Hashtag umsieht, wird sehen, ich bin damit nicht allein. Sich darüber lustig zu machen, sich darüber zu echauffieren, ich kann es irgendwie verstehen, aber die Gefühle die dort beschrieben werden, sind sicher für die meisten echt und sie wissen sicher wie ich nicht, wohin damit. Man kann nichts tun, man kann nicht helfen, das ist grausam. In meinem nahen Umfeld weiß ich von niemandem, der so heftig auf Katastrophen reagiert. Dazu sei noch kurz erklärt: Wenn unterwegs ein Krankenwagen mit Blaulicht an mir vorbeifährt, schießen mir reflexhaft Tränen in die Augen und mir bleibt die Luft weg. Ein Psychologe hätte vielleicht seine Freude daran, nach den Ursachen zu suchen. Ich kann nichts dagegen tun, mein Körper reagiert einfach so. Habe nicht das Gefühl, mit diesen heftigen Gemütsregungen auf offene Ohren zu stoßen, also behalte ich das eher für mich. Als Ventil bleibt mir nur Twitter. In diesem Fall nicht mal das, es schien mir jeder Tweet  falsch. Also bleibt nur dieser/dieses Blog.

Die aufkeimende und teils berechtigte Kritik an der Berichterstattung ist auch so ein Phänomen, das zwangsläufig auf Twitter thematisiert wird. Manches macht mich wütend, aber andererseits denke ich, jeder geht anders mit so etwas um und für manche ist eben Wut des Rätsels Lösung. Nicht verstehen kann ich allerdings Rufe nach “Im Jemen sind gereade x Menschen ermordet worden” oder “Im Straßenverkehr sterben x Menschen und wo bleibt eure Trauer dort?” Jede Form von Relativierung und Derailing finde ich ekelhaft. Warum das etwas anderes ist, werde ich jetzt sicher nicht erklären. Dafür können sich die entsprechenden Menschen vielleicht mal kurz selbst Gedanken machen oder ihren hoffentlich vorhandenen Verstand einschalten. Menschen ihre Gefühle abzusprechen ist wenig hilfreich. Empfehle zu anderen Zeiten auf diese Umstände hinzuweisen und nicht für den Zweck Emotionen zu diskreditieren, zu missbrauchen.

Wir haben noch keine öffentliche “Trauerkultur” und keinen Konsens, wie man in solchen Fällen in sozialen Netzwerken angemessen reagiert, wie Sascha Lobbo richtig feststellt. Wir sind irgendwie alle daran beteiligt, einen entsprechenden Umgang damit zu etablieren. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass man die Anteilnahme nicht relativiert, nicht ins Lächerliche zieht und den Menschen weiterhin ein Ventil lässt, um auch als nicht direkt Betroffene Gefühle zeigen zu dürfen. Denn das ist doch etwas, das uns Menschen ausmacht. Wir sind keine Roboter, wir fühlen mit Fremden mit, wir helfen bei Bedarf auch völlig Fremden und einige  - z.B. Rettungskräfte – riskieren dafür auch ihre Leben. Wenn das in so einer Masse auftritt wie bei #4U9525, kann das sicher irritierend sein, aber Menschen sprechen sich nun mal nicht ab: “So, du twitterst das jetzt einmal für alle und Schluss, sonst wird’s peinlich!”

Zum Glück war meine 366 Personen umfassende Timeline relativ friedlich und offen, was das Thema angeht. Dennoch habe ich mich nicht getraut, weiter über meine Verzweiflung zu twittern aus Angst, sie der Lächerlichkeit Preis zu geben und meine Gefühle in Abrede stellen zu lassen und mich  - wenn auch zu Recht – dem Vorwurf der Egozentrik auszusetzen.

Keine Ahnung, ob die betroffenen Familien jemals mit diesem Vorfall klarkommen werden. Ich hoffe es so sehr.

Ps: Wer wirklich nicht versteht, weshalb Politiker am Unglücksort auftauchen, der sollte bitte ganz, ganz kurz mal an die Hilfskräfte und die Angehörigen denken. Vielleicht kommt dann die Erleuchtung. Drücke die Daumen.

Seifig: Haare

Heute eine Neuheit: Betreibe dieses Blog nun seit ca. 2004 in extrem unregelmäßigen Abständen, aber einen Post zum Thema Kosmetik oder Beauty oder Wellness gab es wirklich noch nie. Ich schrieb über alle Klassiker wie Liebe, Mensaessen, Spiele und Tauben, aber Kosmetikprodukte? Nun, heute wird es mal Zeit das zu ändern, denn ich bin gerade voll auf einem Trip. Dieser Trip wird gefördert durch eine Menge Sodium Olivate und Argania Spinosa. Kurz: Seife! <3

Natürlich nicht irgendeine Seife, sondern eine sehr spezielle. Aber erstmal ganz von vorne. Angeregt durch Tweets von @isayshotgun und ihrer Natron-Haarwäsche, war ich inspiriert mich auch daran zu versuchen. Das ist eine ganz lustige Prozedur, bei der man versucht so selten wie möglich seine Haare mit einer Natronlauge zu waschen und hinterher mit Essigwasser durchzuspülen. Reinigt das Haar ziemlich gründlich und soll langfristig für größere Haarwaschabstände sorgen und alte Pflegereste aus den Haaren ziehen. Da meine Haare inzwischen so stark nachfetten, dass sie eigentlich nach einem Tag schon nicht mehr schön sind, war ich nun versucht, das auszuprobieren. Innerhalb einer Woche habe ich mir die Haare dann insgesamt zwei mal mit Natron und ansonsten nur mit Wasser gewaschen. Meine Haare waren die absolute Katastrophe, aber das soll so! Umstellungsprozess etc pp. Hatte trotzdem darauf keine Lust mehr und habe mich einfach nach einer Alternative zu herkömmlichen Shampoos umgesehen. Diese entfetten ja meist ziemlich stark und sorgen so (angeblich) dafür, dass die Kopfhaut sehr schnell Fett (Sebum) wieder nachproduziert. Wenn man sie weniger entfettet, fettet sie auch weniger nach! Klingt logisch, ist aber so. Vielleicht. Wirklich keine Ahnung! Klingt für mich nur halb schlüssig, weil das bedeuten würde, dass eingecremte Gesichtshaut irgendwann gar nicht mehr fettet sondern austrocknet. Hm.

Wie auch immer, nach vielen, vielen, VERDAMMT VIELEN Artikeln auf einschlägigen Seiten wie dem Langhaarnetzwerk (!) (Neuland O.o) und anderen Blogbeiträgen habe ich mir ein Stück Aleppo-Seife bei Amazon geangelt und damit versucht meine Ölkur, viel zu viel Olivenöl, ich sah aus wie Spaghetti al olio, rauszuwaschen. Hat nicht besonders gut geklappt, man muss wohl die Seife sehr gut aufschäumen und wirklich im ganzen Haar, nicht nur auf der Kopfhaut wie bei Shampoo, verteilen. Alles Übungssache. Beim zweiten Mal ging die Kur auch wieder raus und ich bin wirklich extrem begeistert von dieser Seife. Ich habe eine Version genommen, die gleichzeitig Arganöl und Heilerde enthält. Das eine ist super für geschmeidige Haare und das andere befreit mechanisch von Unreinheiten und wirkt desinfizierend. Der Clou: Auch am Köper wurde ich gefühlt seit Jahren nicht mehr so sauber! Ich benutze sonst sehr starke Duschgele mit vielen Peelingpartikeln, einfach weil ich leider Gottes wirklich stark schwitze und nichts dagegen machen kann, aber die Duschgele haben alle um Längen nicht so gut funktioniert wie diese Seife! Sie hält mich viel länger “frisch” und ich schwitze viel später (ich nehme an, dass die Erdpartikel noch Flüssigkeit aufsaugen, wie Puder), wirklich fantastisch. Meine Haare brauchen jetzt ca. 1 Tag länger zum nachfetten damit und ich bin gerade erst am Anfang dieser ganzen Prozedur. Wie soll das erst nach 2 Monaten werden? Herzchen Herzchen!

Seife auf dem Kopf. Seife am Körper. Überall Seife! Wichtig ist wohl, dass sie wirklich eine Menge pflegendes Öl enthält, da sie sonst austrocknet. Habe im Laden jetzt noch so eine gefunden, die einfach so lecker riecht, ich möchte auf der Stelle reinbeißen. So zitronig und mandarinig und frisch und mhhhhh! Sie liegt gerade vor mir und ich bekomme Hunger. Bisher habe ich damit noch nicht die Haare gewaschen, nur den Körper, aber das war auch ein Genuss. Die “Original” Aleppo-Seife enthält wohl viel Lorbeeröl und die, sowie vermutlich viele mehr, werde ich mir morgen in Stuttgart an Land ziehen. Freude pur.

Da ich meine nähere Umwelt ungern mit meiner übertriebenen Begeisterung für Seifen (im Urlaub brauche ich bald nur noch 1 Stück Seife und 1 Haarspülung!!! Wie toll ist das denn?!) nerven möchte, nerve ich einfach die Leser meines Blogs. Dankeschön. <3 Zur Belohnung hier nochmal ein Bildchen der beiden hübschen Seifenerstlinge:

seife

Links findet sich diese Aleppo-Seife mit Rhassoul und Arganöl, nicht schön, aber einzig! Einfach mal vom Postboten liefern lassen gemeinsam mit Kokosöl für die Haarpflege. Und rechts ist das wunderbar riechende Stückchen Seife aus dem Drogeriemarkt. Versucht bitte nicht so wie ich daran zu lecken! Wer es auf dem Kopf ausprobieren möchte: Hinterher die Haare wirklich mit einer Essigspülung (2 EL Essig auf ca. 1 L Wasser) durchspülen, dann neutralisiert sich auch der PH-Grad und die Haare werden besser kämmbar.

Wie auch immer: ich freue mich sehr über meine Entdeckung, bin sonst allen “Naturprodukten” gegenüber extrem kritisch. Aber hier: Nom Nom! <3

U haz Podcast?

Ich liebe Podcasts! Podcasts sind frisch, jung, machen volles Haar und gesunde Zähne. Seit ich Podcasts höre, ist mein Teint einfach nicht mehr derselbe. Zeit, einfach mal ein paar unobjektive Empfehlungen in den virtuellen Raum zu werfen und vielleicht die ein oder andere Empfehlung von euch in Empfang zu nehmen.

Meine Lieblingsjungs von Insert Moin Manu, Daniel und Micha haben die sicheren Gefilde von superlevel.de verlassen und schippern nun alleine durch die Games-Casts-Meere. Sie machen das wirklich sehr ordentlich und es ist einer der wenigen Casts, den ich beinahe täglich auf dem Weg von A nach B oder unter der Dusche höre. Je nach Dauer. ;) Hey und es gibt sogar eine noch total unvollständige Podcastografie von Casts mit mir. Wenn das kein Argument ist.
Itunes Homepage

Mein zweitliebster Cast ist innerhalb eines Jahres Sanft&Sorgfältig mit Olli Schulz und Jan Böhmi Böhmermann geworden. In den Olli habe ich mich natürlich leicht verknallt, ich mag diese schnoddrige, direkte Art. Einmal wöchentlich reden die beiden Herren wirres Zeug daher. Oft albern, manchmal tiefsinnig, irgendwie privat und peinlich schmatzend. Entspannende Unterhaltung. Urlaub für Neuronen.
Itunes

c’t Uplink gibt es noch nicht sehr lange und ist quasi das Bei-Programm zur Zeitschrift. Für die Zeitschrift reicht es bei mir aus zeitlichen, finanziellen und interessensgeleiteten Gründen nicht mehr, aber einen Überblick über die Technik-Welt höre ich mir jede Woche sehr gerne an. Besonders der Mix aus Kaufempfehlungen und auch Spekulationen über die weitere Entwicklung gefällt mir sehr gut. Zudem ein angenehmer Moderator.
Itunes oder das Video-Format (nie gesehen).

Jetzt gehe ich nochmal etwas zügiger durch meine zugegeben sehr lange Liste:

  • n00bcore Toller Cast von Fiona mit tollen Gästen zu digitalen Themen, die Onkel/Tante und sonstige “Hilfe mein PC ist kaputt”-Anrufer hören und verstehen könnten.
  • hr-info Funkkolleg Philosophie Bescheuerter Cast-Name, aber umso tollere Themen im Cast selbst. Wirklich toll.
  • Eine Stunde Liebe Liebe Sex und Zärtlichkeit von DRadio Wissen, einem der besten Radiosender wo gibt!!11123
  • Bits und so mag ich, höre ich gerne, meist zu lang, daher höre ich einfach:
  • Bits und so Express genau richtig.
  • Serial Habe ich gar nicht fertig gehört, ich hadere mit dem englisch. Es gibt zwar Untertitel auf reddit irgendwo, aber das ist mir bisher zu anstrengend. Ich mag die Fragen der Moralität, die mit dem Cast aufgeworfen werden.
  • Verbrauchertipp Deutschlandfunk Kurze 4-minütige Tipps. Kann man nichts falsch machen.
  • Der Explikator Gewöhnungsbedürftiger Humor, aber sehr abwechslungsreich und interessante Themen
  • Sternengeschichten Toller Cast zum Universum und den Sternen und den Planeten und allem, was damit zusammenhängt. Der Bruder eines netten Followers betreibt diesen Cast. Gute Familie. ;)
  • Daily Easy English Expression Sehr toller kleiner Englisch-Cast. Die 5-10 Minuten nimmt man sich gerne.
  • WDR5 Das philosophische Radio Brauchen wir noch mehr Argumente für allgemeine Rundfunkgebühren? Guter Cast!
  • The Experience Points Podcast Ziemlich cool, geht natürlich um Games und Games und Games
  • Isometric Auch wöchentlicher Spiele-Cast mit der Entwicklerin Brianna Wu. Klassiker
  • Ohrenbär Jeden Tag eine kleine 10-Minuten Geschichte für Kinder. Für meinen Sohn natürlich. :) Und hier wieder: PRO Gebühren!
  • Idle Thumbs Der absolute Klassiker unter den Games-Casts. Manchmal schwer verständlich, stets unterhaltsam.
  • Freak Show Habe ich zwar drin, aber meist zu lang. Nutze ich ehrlich gesagt zum Einschlafen
  • DRadio Wissen – Hörsaal Original-Mitschnitte aus Vorlesungen. Großartig. In letzter Zeit scheitert es an der Zeit bei mir, aber hörenswert.
  • Radiolab from WNYC Phantastisch! 5 Sterne! Erklärt ein Thema auf tolle Art und Weise, hohe Produktionsqualität, Musik, Sounds, Wow!
  • Spoiler Alert Literaturcast. Höre ich zu ausgewählten Themen, da sehr lang. Sympathisch.
  • Breitband Mitschnitt der Sendung vom Samstag. Mag ich extrem gerne, guter Rundumschlag in digitale Kultur
  • Stay Forever Christian Schmidt (weiß ja schon jede/r, aber <3!) und Herr Lott über alte Spiele. Für alle, die mit Games aufgewachsen sind ein Muss.
  • angspielt DER HERR RICHTER MACHT DA ETWAS WENIG IN LETZTER ZEIT. Höre alle Folgen, bis auf die mit mir.
  • GameOne Plauschangriff Neulich wieder aus der Versenkung mit einem Jahresrückblick aufgetaucht.
  • Indie Fresse Superlevel ftw. Liebe.
  • Spieleveteranen Kenne deinen Feind. Manchmal ok und cool, aber je nach Sprecher schwer zu ertragen.
  • Küchen-Funk In letzter Zeit vernachlässigt, aber schöner allgemeiner Koch-Cast.
  • Medien-Kuh Höre ich regelmäßig, gibt einen guten Überblick über den Medien-Trubel.
  • Der Lila Podcast Gesellschaftliche Themen aus feministischer Sicht. Sehr reflektiert und unaufgeregt. Schön.

So. Wow, doch ganz schön viel. Paar kleine,die ich zu unregelmäßig höre, habe ich jetzt auch draußen gelassen. Was fehlt in dieser Liste? Was sollte ich mir un-be-dingt (!) noch anhören? Ein Cast, dem ihr jedes Mal entgegen fiebert? Nehme Tipps entgegen, gerne auch aus neuen Bereichen. Bin für alles offen. :)

Was bleibt: Zuversicht

Was bleibt ist die Zuversicht, dass das Leben, das du gerade führst, schon ganz ok ist.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass es vielleicht eines Tages sogar noch ein Stückchen besser sein könnte.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass es viele Menschen da draußen gibt, die für andere da sind, die sich um andere kümmern, die Menschen mögen und sie dafür in irgendeiner Weise belohnt werden.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass es noch Gerechtigkeit gibt.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass jeder von uns Ungerechtigkeit erfahren hat und trotzdem damit klar kommen (muss) wird.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass dein Kind trotz allem mit Liebe und Geborgenheit aufwachsen wird.
Was bleibt ist die Zuversicht, dass das Glück in dir liegt.

Was bleibt uns schon anderes übrig, als der Zuversicht zu vertrauen?

 

Current status

Symbolbild:

Screenshot 2014-07-26 18.59.55

 

Ich möchte ja nicht sagen, dass es frustrierend ist, denn das wäre maßlos untertrieben. Gerade möchte ich wirklich nicht in meiner studentischen Haut stecken, die im einkommensverwöhnten Stuttgart eine Wohnung für sich und den kleinen Mann sucht. “Was arbeiten Sie?” “Ich bin Studentin, aber…” “Wir melden uns.”

Wenn ein Blogbeitrag seufzen könnte, würde dieser das jetzt tun. Laut, deutlich und etwas übertrieben.

Auslese: iOS #03. Kids Edition

Kinder und Medienkonsum sind von Grund auf schwierige Themen. Ganz besonders, wenn es sich dabei um die eigenen Kinder handelt. Als Beobachter von außen liegt die Lösung ja immer klar auf der Hand und wird nur von den verblendeten Eltern nicht wahrgenommen. Die Möglichkeiten des Alles-besser-Wissens sind besonders in Sachen Medien sehr ausgeprägt, schließlich hat jeder von uns schon einmal Erfahrungen mit Medien wie dem Fernsehen, Büchern und dem Internet gemacht und dementsprechend ist einfach jeder ein Experte auf dem Gebiet.

In meiner grenzenlosen Naivität versuchte selbst ich als Medien-Junkie meinen Sohn mit seinen fast drei Jahren Jahren vom iPad fernzuhalten. Beinahe 10 Monate hielt ich durch. So lange war das iPad für ihn nur ein Gerät zum Fotos und Videos machen. Irgendwann ließen sich aber die bunten Möglichkeiten dieses schönen Tablets nicht mehr verheimlichen und so begann ich ihn mit knapp drei Jahren langsam aber sicher an Apps und Bedienung heranzuführen. Was die Bedienung angeht: Die ist dermaßen intuitiv, dass selbst ein dreijähriges Kind nach kürzester Zeit die meisten Kniffe verinnerlicht hat. Swipen, Home-Button, vergrößern und verkleinern werden zu routinierten Handlungen, ebenso wie es Gabel halten oder der Oma winken sind.

Wie bei allen Apps gilt: Man muss wühlen und waten durch viel Schmodder, viel F2P und hier und da begegnen einem echte Edelsteinchen. Gut wäre es auch sich zu überlegen, was einem bei einer App für die eigenen Kids eigentlich wichtig ist. Bei mir sind es folgende Punkte: 1. Nicht zu hektisch, nicht zu wilde Animationen, keine Reizüberflutung 2. Aufgeräumte Optik, damit sich das Kind selber orientieren kann 3. keine Buttons, die weg vom Spiel führen, sei es zur Homepage des Entwicklers oder in den App-Store 4. Schöne Geschichte, schöne Figuren, ansprechend gezeichnet 5. Wie auch immer gearteter Lerneffekt ist nett. Sei es in Sachen Bedienung, Wissen, Farblehre, was auch immer. Definitiv kein Muss (siehe Toca Cars), aber die Abwechslung macht’s.

Hier daher erst einmal drei der beliebtesten Apps meines Sohnes. In Kürze sollen noch drei weitere folgen.
Alter: Gilt bisher für den Zeitraum von 3 bis 4,5 Jahren.

1. Wimmelburg HD

Wimmelburg

Wimmelburg HD ist die einfache Umsetzung des Wimmelbuch-Prinzips in eine App. Im Grunde ist es nicht viel mehr als ein großes, scrollbares Bild, auf dem sich viele verschiedene Figürchen tummeln und wo es an jeder Ecke eine neue schöne Szene zu entdecken gibt. Die Wimmelburg hat sich dabei ganz auf Mittelalter- und Märchenthematik fokussiert und so überrascht der Frosch im Brunnen ebenso wenig wie die Bogenschützen, die vergebens während einer Übung das Ziel zu treffen versuchen. Die App wurde von Ravensburger Digital entwickelt und ist generell – wie beim großen Bruder Ravensburger für Brettspiele – ein guter Hinweis auf recht hohe Qualität. Dieser Hinweis trifft bei Wimmelburg auch zu. Die Charaktere und die Landschaft sind wirklich wundervoll animiert, überall gibt es kleine Geheimnisse zu entdecken und beinahe alles, das angetippt wird, reagiert mit dem Spieler. Ein tolles Gefühl für Kinder, wenn jede Berührung auch eine Reaktion auslöst. Zudem gibt es Miniquests, die auch ein Kleinkind nach kurzer Erklärung selber lösen kann. Und falls nicht: Gar kein Problem. Diese Quests stehen dem normalen Spielerleben nicht im Weg. Mein Sohn, der sich sehr für Ritterthematik und Kämpfe interessiert, liebt das Erkunden wirklich über alles. Viele Stunden hat er gebraucht, bis es ihm doch etwas zu langweilig wurde. Zum Glück vergessen Kinder manchmal schnell und nach zwei Monaten Pause hatte er erneut viel Freude an dieser App, die zu Recht einige Preise einheimste. Zudem kann man bei Bedarf die Kleinen damit auch alleine spielen lassen, da es keine fiesen Buttons gibt, die einen aus dem Spiel werfen oder in den iTunes-Store begleiten. Erwähnte ich schon den niedlichen Sound? Für 2,99 € könnte diese Universal-App (und auch für Android) euch und euren Kindern gehören. Lieblings-App! Ich vergebe 5 von 5 ins Schwarze getroffenen Pfeilen.

2. Toca Cars

Toco Cars

Das Spielchen Toca Cars ist eine Mischung aus Rennspiel und Sandbox. In einer wunderschönen Papercraft-Welt hat man als SpielerIn die Möglichkeit, entweder direkt ein Rennen in einer niedlichen, kleinen Stadt zu starten oder in den Sandbox-Modus zu wechseln und dort selber eine kleine Stadt zu entwerfen. Beim Autorennen fährt die Seifenkiste einfach auf die Stelle zu, auf die gerade der Finger gehalten wird. Auch für kleinere Kinder zu meistern. Dabei gilt es Hindernissen auszuweichen oder – noch besser – direkt drauf zuzufahren und einfach Ampeln und Bäume direkt umzunieten. Im Sandbox-Modus hingegen lassen sich alle Gegenstände der Spielwelt im Gebiet per Drag & Drop verteilen. So stapelte mein Sohn einmal alle möglichen Ampeln und Schilder direkt aufeinander: Ein perfekter schiefer Turm war geboren und konnte hinterher mit Freude umgefahren werden. Da die Steuerung doch etwas komplexer ist, würde ich Toca Cars nicht vor 3,5 empfehlen. Damit Spaß haben kann man bestimmt bis man süße sechs ist. Oder über 30. Man weiß es nicht. :) Tipp: Es gibt Sprungschanzen yay! Toca Cars ist ein Spiel aus dem riesengroßen Toca Universum, an das ich mich bisher aber noch nicht groß herangetraut habe. Für winzige 0,89 € könnte es euch gehören.

3. Der kleine Drache Kokosnuss – Lernspaß

Kokosnuss

Diese App basiert auf dem kleinen Drachen Kokosnuss, der von Ingo Siegner ins Leben gerufenen Kokosnuss Welt. Inzwischen existieren unzählige Bücher, Hörbücher und auch anderer diverser Merchstuff. Bis auf ein Hörspiel und ein Buch haben wir zwar nicht davon, aber diese App ist trotzdem sehr empfehlenswert. Sie trägt den Begriff “Lernspaß” im Titel und das fungiert natürlich als billiger Trick, um Eltern auf der Suche nach “pädagogisch wertvollen Spielen” mit dem Finger auf den Kaufen-Button zu locken. Trotz des Offensichtlichen: Der kleine Drache Kokosnuss ist eine schöne, durchdachte und auch sehr vielseitige App geworden, die man sowohl Eltern als auch Kindern bedenkenlos ans Herz legen kann. Von einfachen Formenspielen, hin zu einfach dargestellten Rechenrätseln und Hochstapeleien gibt es auch ein kleines Belohnungssystem, das zum Weiterspielen ermuntert. Wie in “echten” Spielen üblich kann ich mit genügend Erfahrungspunkten (hier: Kokosnüssen) neue Spiele freischalten. Da alles aber durchweg komplex ist, würde ich zur Frustvermeidung diese App nicht vor dem Alter von vier Jahren anbieten. Zudem muss unbedingt gemeinsam gespielt werden, da die vielen Spielchen nicht unbedingt selbsterklärend sind. Durch den ansteigenden Schwierigkeitsgrad ist die App garantiert bis ins Grundschulalter geeignet. Lobenswert erwähnen möchte ich auch den einstellbaren Timer, der das Spiel nach einer bestimmten Zeit automatisch beendet. Von 1 bis 60 Minuten ist alles drin. Schöne Idee. Kostenpunkt: 2,99€.

———————————————————-

Das waren vorerst unsere drei beliebtesten Kinder-Apps. Weitere drei folgen in Kürze. Die bisherige iOS Auslese findet ihr übrigens hier:
#01 iOS Auslese.
#02 iOS Auslese. Competitive Edition.

Keine Ahnung

“Keine Ahnung.” ist wohl mein momentaner Lieblingssatz. Denn es ist genau das, was ich jeden Tag fühle: Ich habe einfach keine Ahnung. Von Nichts. Hänge hier im luftleeren Raum umgeben von Menschen, die immer wieder versuchen mich aufzufangen und gleichzeitig von Menschen, die mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Leider wiegt das zweite in schwierigen Momenten ungleich mehr.

Weiterlesen →

Ich habe es satt.

Ich wollte nur kurz sagen, dass ich es satt habe. Satt, dass die Matusseks und Sarrazins dieser Welt ihre menschenverachtenden Parolen verbreiten dürfen und dass es Menschen gibt, die diese hören und unterstützen. Ich habe es satt, dass sich in den Kommentarspalten aller Zeitungen die rechten Gruppierungen lautstark äußern und den Verstand mit grauen, hässlichen Schleiern benebeln. Ich habe es satt, dass sich Schriftstellerinnen faschistoid äußern dürfen, ohne dass eine Welle der Empörung folgt. Ich habe es satt, wie immer mehr rechte Tendenzen lautstark werden hinter dem Schutzschild der freien Meinungsäußerung, die sie den Menschen zu verdanken haben, die sie jetzt bekämpfen. Ich habe es satt, dass Parteien wie die AFD in meinem Wahlbezirk über 5% Stimmen bekommen haben, da alte Menschen offenbar zu schnell vergessen. Zu schnell vergessen was war, wie schnell es war und wie leicht. Ich kann es kaum noch ertragen, wie sexuelle Belästigung verharmlost wird, wie immer wieder relativiert wird und wie selbst Polizei und Gerichte in Denkmustern à la “Aber sie hatte doch einen kurzen Rock an!” gefangen sind. Ich habe es satt, mich so ohnmächtig zu fühlen. Hilflos, machtlos, unnütz. Ich weiß weder, was ich tun, noch was ich sagen kann. Nur unkommentiert stehen lassen, das kann ich eben nicht mehr. Ich weiß, ich will nicht, dass mein Sohn in einer Welt aufwächst, in der Intoleranz und Hass gegenüber anderen an der Tagesordnung sind. Das Destruktive zerstört, frisst auf, kostet Energie. Ich möchte mein Kind nicht vor dieser Welt beschützen müssen, ich möchte, dass er offen auf die Welt zugehen kann. Wie kann man es schlimm finden, wenn andere Menschen glücklich sind? Was genau daran findet man so empörend, dass man sie unbedingt davon abhalten möchte, ihre Liebe zu leben? Ich verstehe es nicht und ich verstehe es nicht. Ich bin einfach wütend und das macht mich nur noch wütender, denn ich will ebenfalls meine Energie nicht auf reaktionären Bockmist verschwenden. Ach, geht doch nach hause ihr rechten Spinner. Rottet euch irgendwo zusammen, zeugt eure Kinder, lasst die Frauen schön zu hause und rafft euer Geld zusammen, um dann.. ja was eigentlich? Was auch immer, lasst mich damit jedenfalls in Ruhe.

Ps: Und ich habe es verdammt noch mal richtig satt, dass ich das Gefühl habe, unsere Regierung und Opposition sitzt derweil nur untätig rum, erhöht sich unter fadenscheinigen Begründungen die Diäten und überlässt Brüssel freiwillig den Lobbyisten und Konzernen dieser Welt!

Auslese: iOS. #02

Meine liebsten iOS Titel #02. Competitive Edition! Nach meiner ersten Auswahl dreier iOS-Titel möchte ich noch einmal betonen, dass die Reihenfolge meiner Willkürherrschaft unterliegt und ich wirklich nicht sagen könnte, welcher Titel davon der Beste ist. Je nach Stimmung ist immer irgendeiner der am Besten geeignetste. Wenn ihr gegen mich im Gamecenter antreten möchtet, könnt ihr gerne Scheinprobleme zu euren Freunden hinzufügen. Es sei nur so viel gesagt: eine größere Herausforderung wird das für euch leider nicht.

 

1. Threes

THREES_trailer

Valentinstag. Tag gemeinschaftlich zelebrierter Verschmelzung zweier Körper oder je nach esoterischem Befinden auch zweier Seelen. Von daher wäre es der ideale Tag gewesen, um Threes vorzustellen. Stattdessen möchte ich auch gerne die 3 vorstellen. Sie ist klein, niedlich und entsteht einfach aus der Zusammenführung von 1+2. Und wenn 1+2 im richtigen Moment zur 3 werden, dann begrüßt sie euch mit einem putzigen “hello” und euer nach Liebe dürstendes Herz wird vor Freude einen kleinen Hüpfer machen. Die 12 ist übrigens ein etwas mürrischer Zeitgenosse, aber das macht nichts, denn was der 12 fehlt, macht die 24 wieder wett. Wie ich als Person, die ein selektives Lesevermögen bei Zahlen besitzt  - lese Zahlen in Texten grundsätzlich  nicht – dazu komme, ein Spiel mit lauter Additionen zu empfehlen, lässt sich nur dadurch rechtfertigen, dass die Zahlen bei Threes Symbolcharakter haben. Natürlich haben Zahlen prinzipiell nur Symbolcharakter, aber auf philosophische Diskussionen wollte ich nicht hinaus. Niemand muss rechnen können, um an Threes Spaß zu haben. Man muss nur einen Sinn haben für schöne Musik, für liebevolle Details und für eine bezaubernde Rätselmechanik. Auch wenn es erst vor kurzem erschienen ist, gehört es jetzt schon zu den allerbesten Titeln für iOS. Trotz meiner lächerlich geringen Punktzahl vergebe ich 3 von 3 Additionen.

 

2. Omicron 

OMICRON-Logo

Sphärische Klänge, Technobeats, Hexagone sowie eine illustre Auswahl an Primär- und Sekundärfarben ergeben die Mischung, aus der das Berliner Indiestudio Canupa sein minimalistisches Omicron gezaubert hat. Das Ziel besteht darin, möglichst schnell die jeweils angezeigte Farbe anzutippen. Idealerweise mit 2 oder 3 Fingern gleichzeitig für eine höhere Punktzahl. Die Farben wechseln beständig und mit ansteigendem Level wechselt das Feld die Farbgebung immer schneller. Besonderen Reiz entfaltet es im 2-Spieler Modus, bei dem beide Personen gleichzeitig gegeneinander auf jeweils eigenen Spielfeldern um die Wette Farben antippen. Das ist wunderbar spaßig und Spiele, die gemeinsames Spielen auf dem iPad erlauben, gibt es sowieso viel zu wenige. Wenn es dabei noch so ein einfaches und schönes Spielprinzip hat, ist das mehr als nur eine Empfehlung wert. Ich biete 27.000 Punkte. Macht mich grün. Vor Neid.

 

3. Super Hexagon

super_hexagon_3

Und da wir gerade von Sechsecken sprachen: Super Hexagon hat derer auch nicht wenige. Dort sind sie aber ungleich herausfordernder. Es ist vermutlich auch vergebene Liebesmüh über Super Hexagon schreiben zu wollen, da bereits jeder der wollte sich mit dieser modernen Form des Masochismus auseinandergesetzt hat. Vor einiger Zeit habe ich Super Hexagon auf dem Pc gespielt und habe versagt hatte viel Spaß damit. Vielleicht ist es förderlich, wenn man dabei nicht gerade versucht sich mit 19-Jährigen zu messen. Das ewig wiederkehrende “Again” klingt bis heute in meinen Ohren und bleibt einer der schönsten Euphemismen für Game Over der Spielegeschichte. Terry Cavanagh bewies übrigens vor kurzem erneut, dass er mit Recht zur coolsten Socke der Indie-Szene gezählt werden kann. Eindeutig 5 von 5 herausgerissenen Haaren.

—————————————————————————————–

Ein Vögelchen zwitscherte mir zudem, dass es Schwierigkeiten mit der Kommentarfunktion gibt. Falls ihr wider Erwarten kommentieren möchtet und es nicht klappt, dann versucht mal eine andere Email-Adresse. Merci.